Wirtschaftliche Stagnation - Was es ist, Definition und Konzept

Wirtschaftliche Stagnation ist eine Situation, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes nur sehr gering oder gar nicht wächst. Die Löhne wiederum steigen kaum.

Im Gegensatz zur wirtschaftlichen Rezession beobachten wir bei Stagnation keinen Rückgang der Produktionstätigkeit, sondern eher einen Anstieg. Dies ist jedoch gering, so dass es keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat.

Merkmale der wirtschaftlichen Stagnation

Die Hauptmerkmale der wirtschaftlichen Stagnation sind:

  • Sie kann nicht nur auf Länder, sondern im weiteren Sinne auf Branchen und Unternehmen angewendet werden.
  • Das BIP steigt mit so niedrigen Raten, dass es sogar unter der Geburtenrate liegen kann. In diesem Fall wird das BIP pro Kopf reduziert.
  • Es handelt sich nicht um eine isolierte Situation, die eine Zeit lang andauert, sondern sie verlängert sich über die Zeit.
  • Regierungen können Maßnahmen ergreifen, um aus der Stagnation auszubrechen, beispielsweise eine expansive Geldpolitik, um den Konsum anzukurbeln.
  • Wirtschaftliche Stagnation kann aus dem Gesetz der abnehmenden Renditen verstanden werden. Wenn wir nach dieser Theorie einen der Produktionsfaktoren erhöhen und die anderen konstant halten, wird die Endproduktion mit immer geringeren Raten wachsen und kann im Laufe der Zeit sogar sinken. Wenn ein Land also beispielsweise nur die Arbeitskraft erhöht, nicht aber Kapital und Technologie im gleichen Maße, wird sich das BIP verlangsamen.

Ursachen der wirtschaftlichen Stagnation

Die wichtigsten Ursachen für wirtschaftliche Stagnation sind:

  • Sparen ohne zu investieren: Das Sparniveau der Bevölkerung ist hoch. Allerdings werden auch nicht mehr verbrauchte Ressourcen nicht investiert. Dies kann zum Beispiel aufgrund fehlender Möglichkeiten geschehen.

Auf das oben beschriebene Szenario bezieht sich Alvin Hansen, ein Schüler von John Maynard Keynes, in seiner Theorie der säkularen Stagnation. Nach dieser Hypothese würden eine Verlangsamung der Geburtenrate und der technologische Fortschritt die Geschäftsmöglichkeiten verringern. Folglich würden sich Ersparnisse ansammeln, ohne investiert zu werden, was die Wachstumsrate des BIP verringert.

  • Geringe Produktivität: Das Wirtschaftswachstum kann sich verlangsamen, wenn keine Innovationen generiert werden oder neue Technologien keinen signifikanten Einfluss auf die Effizienz von Unternehmen haben.
  • Ungünstiges Umfeld für Hauptstädte: Nichtökonomische Variablen wie politische und humanitäre Krisen können Investitionen entmutigen. Diese Situation betrifft in der Regel nicht nur das Konfliktland, sondern die gesamte Region.
  • Geringere externe Nachfrage: Wenn die Nettoexporte langsamer steigen oder sinken, sinkt auch die BIP-Wachstumsrate. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der wichtigste Handelspartner eines Landes in eine Rezession gerät.

Beispiel für Stagnation

Ein Beispiel für wirtschaftliche Stagnation konnten wir in Peru zwischen den Jahren 1998 und 2001 finden.

Die peruanische Wirtschaft wuchs, wenn auch volatil, mit beträchtlichen Raten. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP), das heißt das nominale BIP abzüglich der Inflation, wuchs um 7,4 % bzw. 6,5 %. Zwischen 1998 und 2001 (beide Jahre eingeschlossen) war das Wirtschaftswachstum jedoch sehr schwach.

Jahr
1995

1996

1997

1998

1999
2000200120022003
BIP-Wachstum (%)
7,4

2,8

6,5

-0,4

1,5
2,70,65,54,2

Die peruanische Wirtschaft ging 1998 um 0,4% zurück und verzeichnete 1999 und 2001 mit 1,5% bzw. 0,6% sehr geringe Wachstumsraten. Unmittelbar danach war das Wachstum mit über 3% wieder höher.

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