Postindustrielle Gesellschaft - Was sie ist, Definition und Konzept

In der postindustriellen Gesellschaft basiert die Wirtschaft auf der Produktion von Dienstleistungen und nicht auf der Industrie oder dem verarbeitenden Gewerbe.

Mit anderen Worten, eine Gesellschaft kann als postindustriell betrachtet werden, wenn der größte Teil des Reichtums aus dem tertiären (Dienstleistungs-) und quartären (Forschung und Entwicklung) Sektor stammt. Ebenso verlieren die Aktivitäten des Primärsektors (extraktive Aktivitäten) und des Sekundärsektors (Umwandlung von Rohstoffen in Konsumgüter) an volkswirtschaftlicher Relevanz.

Anders gesehen zeichnen sich postindustrielle Gesellschaften dadurch aus, dass sie eher auf Dienstleistungen und Wissen als auf die Umwandlung von Rohstoffen ausgerichtet sind.

Ursprung postindustrieller Gesellschaften

Man kann sagen, dass es eine vorindustrielle Gesellschaft gab, in der die primären Sektoren, insbesondere die Landwirtschaft, am wichtigsten waren. Dann, ab der Ersten Industriellen Revolution des 18. Jahrhunderts, wurden alle Transformationsaktivitäten entwickelt, die zur Industriegesellschaft führten.

Der Begriff der postindustriellen Gesellschaft entstand 1969 mit Alain Touraines Publikation „Die postindustrielle Gesellschaft“. Später verwendete auch der Soziologe Daniel Bell den Begriff 1973 in seiner Arbeit „The advent of postindustrial Society“.

Man kann sagen, dass heute einige Länder, insbesondere die in der entwickelten Welt, postindustrielle Gesellschaften sind. Viele Nationen haben jedoch nach wie vor Sektoren wie den Bergbau, die nicht zum Dienstleistungssektor gehören, als Hauptwirtschaftszweig.

Im Falle Spaniens beispielsweise könnte man, wenn man bedenkt, dass sein wichtigster produktiver Sektor der Tourismus ist, als postindustrielle Gesellschaft gelten.

Merkmale postindustrieller Gesellschaften

Die Hauptmerkmale postindustrieller Gesellschaften sind:

  • Die Konzentration der Erwerbsbevölkerung liegt im Dienstleistungssektor stärker als in den Primärsektoren.
  • Theoretisches und wissenschaftliches Wissen wird zum Motor der Wirtschaft und der Organisation der Gesellschaft. Daher wird es mehr geschätzt als praktisches Wissen.
  • Information ist ein elementares Element, weshalb Kommunikationstechnologien im Wirtschaftssystem relevant werden, wie die Entwicklung des Internets zeigt.
  • Innovation und Kreativität sind ein Schlüsselfaktor bei der Entwicklung neuer Technologien.
  • Die wirtschaftliche Aktivität konzentriert sich nicht so sehr auf die Produktion materieller Güter, sondern auf immaterielle Güter.
  • Nicht nur die Wirtschaft verändert sich, sondern auch die Demografie. So steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung als Folge einer höheren Lebenserwartung (aufgrund des medizinischen Fortschritts) und einer sinkenden Geburtenrate.
  • Aus politischer Sicht wird Macht mehr vom Wissen abhängen und weniger von der Akkumulation von Kapital oder Produktionsmitteln.

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